Gleichstellung von Frau und Mann in Ihrem Unternehmen? – Auswertung VR-Umfrage

Gleichstellung von Frau und Mann in Ihrem Unternehmen?

Auswertung der 90-Sek.-VR-Umfrage Nr. 19*)

Zusammenfassung Resultat

»Nur bei 2% der Firmen, hat der Frauenstreik vom 14. Juni 2019 bisher Massnamen ausgelöst, während er bei 44% der Firmen bisher nichts bewegt hat.
»48% der Firmen leben die Gleichberechtigung bereits.
»Allerdings ist die Gleichstellung nur  bei 19% der Firmen in Reglementen verbrieft, dies obwohl 48% die Gleichberechtigung bereits leben.
»Nur bei 13% der Firmen ist die Rückkehr einer erfolgreichen Kaderfrau nach einem Mutterschaftsurlaub geregelt, 79% regeln dies situativ.
Fazit: 
»Das Resultat zwingt zur Aussage, dass die Anliegen der Frauen nach einer klaren, verbrieften Regelung der Gleichstellung nicht wahrgenommen werden. Situative Regelungen sind nicht einforderbar und individuellem Abwägen oder einer möglichen Willkür ausgesetzt.
»Der Frauenstreik hat (bisher) noch keine Massnahmen ausgelöst (weder effektiv noch geplant); bei einer Erkämpfung klarerer Regeln dürften politische Vorgaben die Konsequenzen sein.

Frage 1:
Hat der Frauenstreik vom 14. Juni 2019 in Ihrem Unternehmen etwas ausgelöst
bzw. planen Sie zeitnah Massnahmen?

Kommentar von Antwortenden:
» Wir versuchen Gleichstellung zu leben, sind uns aber bewusst, dass dies sehr schwierig ist.
» Bei uns sind keine Frauen angestellt.

Frage 2:
Wie ist der Gleichstellungsgedanke in Ihrem Unternehmen verankert?

Kommentare von Antwortenden:
» Es gilt das Leistungsprinzip; es geht nicht um Mann oder Frau
» Leider sind im Bereich IT-Produktion und Infrastruktur fast keine Frauen auszumachen. Sie sind eher in Politik-und Sozialwissenschaften interessiert.
» Wenn wir eine Frau einstellen würden, dann nicht wegen einer Quote, sondern wegen der Qualifikationen und Erfahrung, die sie mitbringen würde.
» Auch wenn der Gedanke verankert ist, ist Gleichstellung ein Prozess, der immer wieder überprüft und angepasst werden muss.

Frage 3:
Folgende Situation:
Erfolgreiche Kaderfrau, 30-jährig, wird Mutter, möchte 9 Mte aussetzen und anschliessend
wieder mit 60% in Ihre Firma in eine äquivalente Position wie vor der Mutterschaft
zurückkehren.

Kommentare von Antwortenden:
»  60% als Kaderfunktion ist nicht optimal. Man kann eben nicht alles haben
»  Grundsätzlich, wenn die Frau gut ist in ihrem Beruf, dann sollte sie auf alle Fälle die Möglichkeit haben, nach einem Mutterschaftsurlaub – wenn auch „nur“ 60% –  wiederzukommen.
»  In der Projektarbeit ist Teilzeit bei uns nicht möglich. Wir müssen uns jederzeit auf die 100%ige Verfügbarkeit eines Mitarbeiters verlassen können.
»  Ist zwar nicht im Reglement, wird aber so gehandhabt; wir sind froh um jede Kaderfrau, welche wieder kommt.
»  Zielsetzung wäre dies zu ermöglichen – hängt vom Job und den KollegInnen ab.
»  Gleichstellung bedeutet für uns, dass dies nicht nur für Mütter, sondern auch für Väter gleichermassen möglich sein muss. Erst, wenn diese Frage sich auch für Väter stellt, kommen wir annähernd zur Gleichberechtigung.

Frage 4:
Betreiben Sie mit Ihrer Gleichstellungspolitik Marketing / Employer Branding?

Frage 5:
Kennen Sie den Prozentanteil von Frauen in Führungsfunktionen in Ihrem Unternehmen?

Perspektive
Die Perspektive, aus welcher die Fragen beantwortet wurden (da anonyme Umfrage)

Hintergrund der Umfrage:

Aus sozialpolitischer wie aus betriebswirtschaftlicher Sicht lässt sich heute eine Ungleichstellung der Geschlechter nicht wegdiskutieren.

Die Transparente und Reden am Frauenstreik vom 14. Juni 2019 ebenso wie die Bundesverfassung (Artikel zur Gleichstellung) geben Hinweise, was erwartet wird. Unser Parlament hat mit der sanften VR-Quoten-Empfehlung für kotierte Firmen und dem neuen Vaterschaftsurlaub innert einer Woche reagiert, wenn terminlich auch nur zufällig.

*) Die 90-Sek.-VR-Umfrage ist Teil unserer Executive-Search Tätigkeit im Umfeld von Verwaltungsräten / Geschäftsleitungen und unserer Interessen an Persönlichkeiten und deren Impact auf Unternehmen und Wirtschaft.

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